Menschen die uns begegnet sind

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Rückblick des zweiten Reiseabschnitts – Bischkek Kirgistan nach Ulaanbator Mongolei

Rainer und mein Ziel war, möglichst zügig die Mongolei zu erreichen um dort viel mehr Zeit zu haben die Eindrücke die wir erwartet haben zu geniesen. Deshalb haben wir Kasachstan und Russland in 96 Stunden durchfahren um dann wiederum zwei Tage vor einer verschlossenen mongolischen Grenze zu stehen.

Ohne darüber traurig zu sein – unsere Erwartungen haben sich mit denen der Wirklichkeit in der Mongolei bisher leider nicht gedeckt. Unser Plan, die Nord-Südnordroute zu fahren hatte sich ja zerschlagen weil dort die Furten wohl doch zu heftig, selbst für MANni gewesen hätten sein können. Die Reise durch die 1000km Steppe und Steinwüste, die Pannen und die zermürbenen Pistenverhältnisse haben nicht gerade zu unserer Zufriedenheit beigetragen. Erheiternd war das junge Volk Alena und Dascha, die uns immer wieder mit ihrer unkomplizierten jungen Art gezeigt hatten, dass die Umstände der Reise halt nun doch Teil des Journeys sind. Trotz aller Widrichkeiten, den Reparaturen, der Sorgen ob wir nun durchkommen oder nicht, möchte ich die Bilanz positiv ausfallen lassen. Bei allem was wir erlebt haben sind wir tief in dieses Zentralasien eingedrungen. Wir haben liebenswerte Menschen kennengelernt und unerwartete Hilfsbereitschaft erlebt. Die Reise hat uns gezeigt, dass wir zu keinem Zeitpunkt das Gefühl von Bedrohung hatten und wir trotz unseres europäischen Auftretens mit MANni – Luxus und Langnasen sind wir immer und überall eingebunden und willkommen gewesen. Da habe ich auf meinen Reisen durch Europa schon anderes erlebt.

Inzwischen haben wir auch Katrin und Hendrik mit ihrem gelben Monster wiedergetroffen. Wir hatten beide in Kasachstan auf der Piste kennengelernt. Auch sie sind mit erheblichen Schäden am Fahrzeug hier in Ulaanbator gestrandet und warten auf Ersatzteile.

Mein eigentliches Reiseziel ist ja nun die Wüste Gobi. Dort soll der größte Dinosaurierfriedhof der Welt sein. Diesen Abschnitt und einen Abstecher in den Nordwesten der Mongolei  bleibt meiner Frau und meinem Felix vorbehalten. Nächste Woche beginnt damit der dritte Reiseabschnitt. Der vierte und letzte wird dann die Heimreise über den Baikalsee und Irkutsk werden. Seit heute beginnt der Versuch mein Fahrzeug bis Mitte nächstes Jahr hier in der Mongolei zu lassen. Ich habe jetzt eine Reihe von Menschen gebeten mir zu helfen eine Zollregelung und eine beheizte Halle für MANni zu finden. Wenn das klappt bleibe ich noch bis Mitte September und fliege dann nach Hause. Wenn nicht fahre ich mit Rüdiger bis Mitte Oktober heim.

Wir werden sehen. Schönen Gruss an Alle aus der zur Zeit windigen warmen Mongolei an den heissen subtropischen Sommer in Bayern. 

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Wir sind nach erfolgreicher Reparatur unseres MANni im Hotel Mongolia angekommen. Von hier aus wird Rainer abreisen und ich auf meine Familie warten.

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Dieses Bild habe ich nur für Jonas eingestellt

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Nachtrag zum Kloster Erdene Zuu in Karakorum

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Wir sind in Ulaanbator angekommen

Heute 18:00 Uhr sind wir in Ulaanbator angekommen und stehen auf dem Gelände der Mercedes Benz Werkstatt. Morgen früh klären wir die Reparatur.

Nachdem wir das Kloster Erdenet Zuu in Karakorum besucht hatten ( Bericht folgt noch wenn wir mehr Internetspeed haben) mussten wir noch 450km - weitgehend auf Asphaltstrassen - mit den defekten Federn bewältigen. Es war schon nervenbelastend alle 20 km unsere Hilfskonstruktion an den Federn zu überprüfen und die Montiereisen als Federersatz immer wieder am Verrutschen zu hindern und mit dem Hammer auf die Position zurück zu klopfen. 

Rainer freut sich auf zuhause. Für ihn ist das Ziel erreicht. Für mich erst wenn ich die Wüste Gobi erreicht habe. Ich freue mich auf meine Frau und meinen Felix die am 2.08. hier eintreffen werden. Und natürlich auf die nächsten ruhigen Tage aber auch auf die lebendigen Stadt Ulaanbator.

Mal sehen wie das wird. Ich lass wieder was von mir hören. (Horst)

 

Einfahrt in Ulaanbator - 1,5 Millionen Menschen leben hier. Kommt man in die Randbezirke wird die Szene schon sehr einfach und schmutzig - dagegen entwickeln sich mehr Stadtrandbezirke mit hohem Wohnkomfort 

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14500 km von zuhause und 500 km vor Ulanbaator

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Wieder für die Fotofreaks haben wir einige Fotos von Khovd bis Tsetscherleg zusammengestellt.

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Nationalpark, mit Federbruch Hilfskonstruktion nach Tsetscherleg

Zur Erläuterung, der Videoclip beginnt mit einer Wasserdurchfahrt die zeigt wie hoch belastet das Fahrzeug dabei wird. Langsam durch die Furt zu fahren geht dabei nicht, denn die Steine werden unterspült und das Fahrzeug würde an Traktion verlieren und sich eingraben. Bei diesen Aufnahmen hatten wir bereits den Federbruch. Trotzdem mussten wir im Offroadbereich von unserem MANni einiges abverlangen. Jedoch habe ich den Eindruck, dass der Film etwas zu schnell läuft, denn derartig schnell wie es der clip vermittelt, sind wir nun auch wieder nicht gefahren. Aber wir können versichern, dass wir in Tschetscherleg inzwischen angekommen sind. Reparieren können wir das Fahrzeug aber erst im 400 km entfernten Ulanbaator. Wir haben also noch einen langen Weg vor uns. Wir sind guter Dinge. Ihr hört von uns.

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Im Kloster Erdenetsogt

In der Mongolei lebt die lamaistische Ausprägung des Buddhismus als Religion. Der Lamaismus war als Form des tibetischen Buddhismus mit seiner  Verschmelzung der traditionellen Lehre Buddhas mit schamanischen Traditionen ideal für die mongolische Kultur. Ende des 19. Jahrhunderts sollen bis zu 40% der männlichen Bevölkerung Lamas gewesen sein. Die Kulturrevolution 1937/38 vernichtete weitgehend alle Klöster und mordete die Lamas. Grosse Zeugnisse mongolischer Architektur, Bildhauerei,Goldschmiedekunst und Malerei wurden unwiederbringlich zerstört, die Kultur der Mongolei für immer verändert. Auch unter der Sowjetherrschaft blieb nur ein Kloster erhalten. Langsam entstehen neue Klosteranlagen und buddhistische  Mönche finden sich wieder ein.

 

Als wir bei unserer Fahrt zum Naturschutzpark zum Kloster Erdensogt kamen, war an diesem Tag der Besuch eines hohen Lamas. Die Mönche wurden von der Bevölkerung reich beschenkt und viele Besucher, ganze Familien waren zu diesem Festtag die weite Strecke angereist. 

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Zwischenbericht - wieder ein Federbruch und phantastische Natur ohne Ende

Nachdem wir Khovd mit reparierten Federn wieder verlassen konnten ging der Weg auf der mongolischen Südroute (es gibt drei grundsätzlichen Pisten in der Mongolei – Nord, Südnord und Süd) weiter zur Stadt Altai. Es war uns schon bekannt gegeben, dass diese Route langfristig durch Steinwüste und Steppengebiete führt. Eigentlich wollten wir die Nordroute nehmen und dann auf die Südnord abbiegen. Durch die vielen Regenfälle aber war die Nordroute zum Teil nur schwer zu befahren. Viele Wasserfurten führten zuviel Wasser und waren zumindest für Jeeps nicht befahrbar. Wir, noch im Federbruchtrauma, wollten keinesfalls weitere Risiken eingehen. Leider – denn schon bald mussten wir erkennen, dass auch die Südroute kein Zuckerschlecken war. 

Wellblechpiste mit großen Wellen zerrütten uns nervlich wie fahrtechnisch. Langsam Wellblechpisten zu fahren führt zu massiven Erschütterungen, so daß man das Gefühl hat das Amaturenbrett kommt einem entgegen und wird aus allen Verankerungen gerissen. Die Lösung heißt, schnell über die Wellen zu „brettern“, so daß der Reifen die Unebenheiten nicht mehr ausfährt und gewissermaßen über die Wellen fliegt. Dazu muss man aber mindestens 60 km/h fahren. Das wiederum macht sich gar nicht gut, wenn in der Wellblechpiste Schlaglöcher erscheinen. Über die kann man leider nicht fliegen!! Sondern höchstens hineinkrachen. Nun - fahrtechnisch sieht das so aus: man fährt über die Wellblechpiste sachte an, nimmt vorübergehend die Bodenschläge in kauf und beschleunigt so schnell das ein Truck kann, bis er auf Tempo 60 oder 70 km/h ist, dann spürt man erstmal von den Wellen wenig. Plötzlich bremst ein Schlagloch, bzw. vorher die Bremsen,  die Fahrt abrupt ab, die Erschütterungen drohen wieder das Fahrzeug zu zerreisen und bringen das Tempo auf 10 km/h herunter um dann wieder mit Vollgas zu beschleunigen. Im Wechsel dieser Stop and Go tour kommt man nach zwei Stunden an die Grenzen eines Nervenzusammenbruchs. Die Fahrer wechseln.

Das geht so 1000km weit. Am Ende hoffen und beten wir, dass diese Straße ein Ende haben möge. Hat sie, in Altai wird sie tatsächlich etwas besser und in Bayankhongor  biegen wir auf eine Passstrasse nach Norden ab. 

Inzwischen hat MANni Schlagseite bekommen. Auf der linken hinteren Achse platzte ein Federfaltenbalg, der zur Entlastung der Blattfedern eingebaut ist. Am Faltenbalg hatte sich ein Abflussrohr durch die Erschütterungen angelegt und nach den vielen tausend Kilometern den Balg durchgewetzt. Dem nicht genug, brach kurz nachdem wir auf die Passstrasse eingebogen waren an der Hinterachse eine Balttfeder und danach noch eine Zweite. Katastrophe!

Der nächste Bruch war vorprogrammiert, denn von einer Bruchfeder hatten wir schon den abgebrochen Teil verloren und so lag die verbleibende Feder auf der Bruchkante der anderen. Jetzt war guter Rat teuer. Weit und breit keine Helfer in Sicht – wir inzwischen weit im Naturschutzgebiet mutterseelenallein und die Wege hatten sich zu reinen Offroadwegen entwickelt. Quer durch und entlang von kiesigen Flussbetten, über Felsen und durch Wasserfurten von 80cm Tiefe. 

Aber wir hatten ja gelernt wie die Truckerdriver in der Steppe uns geholfen hatten. Allerdings hatten die noch die Federblattreste, wir nicht! Also war die Idee (von Rainer) anstelle der fehlenden Federteile unsere Montiereisen zwischen die bestehenden und noch funktionieren Blätter zu klemmen. So ein Jurist hat wirklich was drauf!! Wir entlasten das Federpacket mit dem Wagenheber - so wie wir es von unseren Helfern in der Steppe vor vier Tagen gelernt hatten - und hämmern die Montiereisen in die Lücke die das verlorene Federteil hinterlassen hat. Es regnet wieder.  Mit den Montiereisen als Federersatz -  mit  Spanngurten am Verrutschen gehindert - fahren wir extrem langsam weiter, immer mit der Angst, der nächste Stein, das nächste Loch, die nächste Flußdurchquerung - und da kommen viele, da der Fluß durchs Tal meandert - könnte das Aus für unsere Weiterfahrt bedeuten. Irgendwann sehen wir die ersten Viehherden, kurz darauf die ersten Jurten auf dieser Seite des Passes. Irgendwie ist dies erleichternd, aber helfen können uns diese Leute auch nicht, falls die Federn weiter brechen sollten. Wir schaffen es an diesem Tag nicht mehr aus dem Tal heraus. Aber wir schaffen 64 km in 10 Stunden und die Konstruktion hält. 

Wir übernachten im Tal. Es sind Immer noch 25 km vor Tsetserleg. Und ich muss zugeben, wir sind hier wirklich quer durch das Naturschutzgebiet gefahren und haben streckenweise keinen Weg mehr erkannt, nur unser GPS kannte die Strecke. Ohne ein solches wäre eine Fahrt durch eine großartige Natur ohne Hinweis und Markierungen unmöglich. Begleitet haben uns auf diesem Weg über die Hochebenen auf durchschnittlich 2500m die vielen Jurten und Viehzüchter mit ihren großen Yakherden und unendlich vielen Ziegen. Interessanterweise treiben nur noch die älteren Männer die Herde mit Pferd und einer Urga (Stange mit Lasso). Die junge Generation treibt die Tiere  mit Motorrädern. Das Naturschutzgebiet ist landschaftlich phantastisch. Hier wurden auch die Przewalskipferde zum Teil wieder ausgewildert. Dieses Urpferd lebte zuletzt nur noch hier in der Mongolei. Mit viel Mühe werden heute diese Pferde weltweit nachgezüchtet und in diesen Nationalparks wieder schrittweise in die Natur entlassen.

 Leider haben wir kein so gutes Wetter derzeit. Täglich regnet es und in der Höhe der Berge wird es nachts fast 0 Grad kalt und tagsüber bleibt die Temperatur bei um die 15 Grad. Kommt die Sonne aber hervor wird es gleich schön warm und die Stimmung verbessert sich bei uns sofort. Was wird wohl meine liebe Frau sagen, wenn sie in 14 Tagen in die Mongolei kommt und dieses furchtbar kalte Wetter vorfindet. Am Besten bleibe ich mit ihr in der Wüste Gobi, da hat garantiert um die 40 Grad. Das hier darf ich ihr nicht antun – nach dem grausamen Wetter dieses Jahr in Europa.

 

Am Mittag des nächsten Tages hat uns die Zivilisation wieder!  Wir erreichen Tsetserleg.  Unseren Federbruch kann man hier aber leider nicht reparieren. Doch von hier bis in die Hauptstadt gibt es fast ausschließlich Asphaltstrassen, und in der Not bestimmt auch Hilfe. Wir verabschieden uns von Dascha und Alena, die noch am Abend einen Minibus nach Ulan Bataar nehmen. Morgen werden auch wir diese letzten 500km angehen.    

 

 

Der Himmel reist auf am Abend des zweiten Federbruches
Der Himmel reist auf am Abend des zweiten Federbruches
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Wellblechpistenfahren - eine Impression

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MANni ist verletzt

von den truckern wurde die Feder zerlegt und gedreht wieder eingebaut - wer das genau wissen will kann mich gerne anrufen
von den truckern wurde die Feder zerlegt und gedreht wieder eingebaut - wer das genau wissen will kann mich gerne anrufen

Die Pisten zu fahren ist eigentlich nicht schwierig, besonders die Sandpisten lassen sich souverän zügig fahren. Jedoch kreuzen die Routen untereinander und die schöne Sandpiste mit etwas Wellblechcharakter wechselt urplötzlich in eine steinige harte Piste mit Unebenheiten und Sprungschanzen.

Ein solcher Wechsel aus zügiger Fahrt wurde uns zum Verhängnis. MANni hat sich ein Bein, bzw. zwei Blattfedern gebrochen. Der Sprung war mächtig und beim eintauchen in die Fahrspur war leider ein allzugroßes Schlagloch. Stellt euch vor, wir stehen da mitten in der Steppe, 2300 m hoch  und 134 km von der nächsten Stadt entfernt. Auf der einen oder anderen Fahrspur, weit entfernt ein Auto – sonst nichts.

Wir begutachten den Schaden. Glück im Unglück die oberste Feder, welche die Achse führt ist o.k. die zweite auch, aber die beiden darunterliegenden, sind am hinteren Ende abgebrochen.

Rainer sieht einen LKW kommen, springt mit unserer Dolmetscherin Dascha, die wir Gott sei Dank noch nicht „ausgesetzt“ hatten, zum LKW und stoppt diesen bei voller Fahrt – wild gestikulierend, dass bei uns etwas defekt sei und wir nicht zum Kaffee einladen wollten.

Der Fahrer hält und lässt sich von Dascha den Schaden erklären. Er wechselt seine Fahrrichtung und fährt für uns - quer-Steppe – bis zu unserem Fahrzeug, steigt aus und besieht sich den Schaden. Ein richtiger mongolischer Truckdriver steht da vor uns: körperschwer und sehr dominat. Ein zweiter LKW kommt hinzu. Die beiden Fahrer diskutieren, dass wir so nicht die nächsten 134km bis Khovd fahren können und dirigieren ihre Söhne das Werkzeug aus deren LKWs zu holen. Die monglischen LKWs scheinen fahrende Werkstätten zu sein. MANni wird voll in die verantwortlichen Hände der Trucker übergeben. Diese zerlegen in der Steppe das komplette Federpacket, drehen die defekten Teile und verbinden das Ganze mit Schlauchgummi und fixeren abschließend mit Draht. Die Mädchen kochen Tee  und verteilen Kekse. Drei Stunden Arbeit und das Federpacket ist für eine Notüberführung in die nächste Stadt fahrbereit gemacht.  Wir sind völlig platt von dieser Hilfsbereitschaft. Am Ende möchten die Helfer kein Geld.  Der Truckdriver  Vater erbittet lediglich ein Geschenk für seinen Sohn. Alle werden von uns  reichlich beschenkt. Wir sind sehr gerührt von dieser Begegnung und dieser Hilfsbereitschaft. Es wurde geholfen ohne Frage nach Geld, ohne die verlorene Zeit in Rechnung zu stellen, einfach nur weil wir Hilfe brauchten. Wir sind unglaublich dankbar und sind von dieser Hilfe überwältigt. Wir hätten uns nicht zu helfen gewusst. Ich wäre wahrscheinlich bis zum endgültigen Federbruch weitergefahren um Khovd  zu erreichen. Bei den Straßen, die uns bis dahin noch erwarten sollten wäre das aber unmöglich gewesen.

Aber das ist noch gar nicht alles! Wir fahren um 20:00 Uhr langsam weiter, die Piste verändert sich in wilde Fahrspuren über die gelegentlich XXL Trucks donnern. Wer es nicht erlebt hat glaubt nicht, dass diese dort überhaupt vollbeladen fahren können. Eigentlich ist das unmöglich. Die Bilder werden es euch zeigen.

Hinter uns kommen nach einer halben Stunde die hilfsbereiten Trucker. Fahren an uns vorbei, bleiben irgendwann wieder stehen und warten auf uns. Lassen uns vorfahren, während sie das von uns erhaltene Piva (Bier) trinken und donnern dann erneut eine halbe Stunde später an uns vorbei,  um wieder später auf uns zu warten. Auf Grund der vielen unübersehbaren Pisten und weil es inzwischen dunkle Nacht ist, hätten wir ohne GPS den Weg zur Stadt nie gefunden. Zudem war es auch beruhigend, dass wir den TRUCK 51 immer wieder treffen und wissen, dass wir richtig fahren. Wir haben einen persönlichen Schutz auf diesen 140 km. Das geht so durch die ganze Nacht mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 km/h. Wir kommen erst nach 8 ½ Stunden um 5 Uhr morgens in Khovd an und bis zuletzt waren die Trucker in unserer Nähe. Dann, als sie sahen dass nichts mehr schief gehen konnte, verschwinden sie auf nimmer wiedersehen.

MANni in der Werkstatt - sieht nicht so aus!!
MANni in der Werkstatt - sieht nicht so aus!!

Wir stehen im Morgengrauen im Zentrum der Kleinstadt und versuchen noch drei Stunden Schlaf zu finden. Mit Beginn der Umtriebigkeit in der Stadt suchen wir eine Werkstatt. Einfach und auf Improvisation eingestellt. Wieder haben wir Glück im Unglück. In weiser Voraussicht habe ich unterhalb des Fahrzeugs eine Ersatzfeder für die Hinterachse mitgenommen und festgebunden. Diese kann nun gekürzt und verwendet werden. Die zweite Feder finden wir im Bazar. Wahrscheinlich schon viele Monde alt aber noch in gutem Zustand was die Vorspannung angeht. Für 25 Euro erwerben wir das Teil und gehen damit zu einer Schlosserei . Die Feder ist für unseren MANni zu breit und muss an vier Stellen für die Halterung abgeschliffen werden. Mich trifft der Schlag als zu einem alten Fabrikgelände eine etwa 70jährige Frau mit Enkel kommt, Arbeitskleidung anzieht und an den Maschinen die Feder passend umarbeitet. Für 8,50 Euro Arbeitslohn! 

Wir sind am Abend wieder startklar, die ganze Arbeit haben wir für 200 Euro bekommen. Neue Stoßdämpfer hatte ich auch dabei und diese auch gleich mit einbauen lassen. Wir essen zu abend und dann legen wir wieder eine Nachtfahrt ein - 437km bis zur nächsten Stadt.

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Wir sind in Mongolia angekommen und fahren weit ins Land hinein.

Beeindruckende Landschaft erwartet uns – wieder ganz anders als das russische Altai das wir eben verlassen haben.

Weite, weiche Hügel mit Grasland und unzähligen Rinder-, Schaf-, Ziegen- und Yakherden mit weißen Jurten, die wir nun überall sehen können. Wie wir erklärt bekommen,

wandert eine Familie bis zu 20 Mal im Jahr von Weidefläche zu Weidefläche. Auf Wegen, die schon Generationen abgegangen sind. Früher haben sie ihre Jurten auf Yakkarren transportiert, heute sieht man an allen Jurten chinesische kleine Pickups stehen.

In der Literatur liest man, dass das Land völlig überweidet sei. Auf die drei Millionen Einwohner der Mongolei kommen 30 Million Tiere.

Die Erklärung warum sich das nicht regulieren läßt liegt einfach darin, dass in den extrem kalten Wintern massenhaft Tiere sterben. Was übrig bleibt braucht die Nomadenfamilie für ihren Lebensunterhalt.

Nachdem das nun mit den Adlerjägern im Altaigebirge nichts geworden ist, hat Rainer mich als Statist für einen Adlerfilm vermittelt.

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Flucht aus Ulgii

Die ganze Quarantänehysterie um dem Bezirk Uglii und Altai stellt sich wohl als offiziell richtig heraus, jedoch darf ein jeder nach einigen Desinfektionsmaßnahmen – Reifen, Schuhe, Hände - die Region verlassen. Wir fahren also zügig aus der Stadt heraus und stoßen auf etwa zwanzig Fahrspuren. Welche geht nun nach Khovd? Wir fragen – und wie mir scheint und aus dem mongolischen Kauderwelsch entnehme ist die Antwort ganz einfach –jede!!

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Ein- und ausgeschlossen

Wir sind in Ulgii. Heute ist der Tag an dem wir unseren Guide treffen sollten der uns ins Altaigebirge zu den Adlerjägern bringt. Gestern Abend kommt von Tuja Geu - aus unserer Agentur in Ulanbator - eine SMS. In der gesamten Region in der wir uns derzeit befinden ist die Rinderpest ausgebrochen. Quarantäne bis 21.07. - die Tour ins Altai ist ersatzlos gestrichen. Wir diskutieren wie wir aus der Sperrregion herauskommen. Dank der Dolmetscherhilfe von Dascha fragen wir uns durch. Wir werden versuchen eine Genehmigung zu erhalten, um weiterfahren zu dürfen. Als erstes aber  fahren wir jetzt im Anschluss, nach dem Internetkaffee, zum Kontrollpunkt auf der Strasse nach Ulanbator. Vielleicht läßt sich die Polizei dort mit einem RIEGELE überzeugen uns doch fahren zu lassen. Hier in Asien sind freundliche Worte und ein kleines "Present" unglaubliche Türöffner. Vielleicht öffnet sich ja auch die Strassensperre für uns. Ich werde berichten.

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Die Grenze öffnet sich - und wir sind zu Viert

In Tashanta, dem russischen Grenzort -  17km von der eigentlichen Landesgrenze entfernt - ,  treffen wir auf Dascha aus der Ukraine und Alena aus der Tschechei, die uns fragen, ob wir sie durchs "Niemandsland" in die Mongolei und dort nach Ulgii - eine Tagesreise von der Grenze entfernt und auch unser nächstes Ziel - mitnehmen können. Alena kommt per tramp aus Hongkong  - Dascha kommt aus Taschkent. Beide sind mit Zelt unterwegs - einundzwanzig und dreiundzwanzig Jahre jung. Wir nehmen die Beiden mit, was sich später als glückhaft erweist, denn Dascha spricht perfekt englisch und russisch.

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Altai- Sibirien – ein wunderbares Russland

Hoch über den Jurten, hoch wie ziehende Kraniche schwammen zarte, rauchblaue Wolken; Schafherden ergossen sich in breitem ruhigem Strom über die Hügel, ein Wasserfall stürzte vom Felsen herab und blendete die Augen mit seinen weißen Schaumfetzen.

 

Tschingis Aitmatov

Wir sind fast da - an der mongolischen Grenze. Im Altai, dem Gebirge das China, Kasachstan, Russland und die Mongolei verbindet stehen wir an einem tosenden Bergfluss. Eine uralte Brücke, von den eisigen Wintern gezeichnet, führt hinüber. Etwas marode und für MANni vielleicht zu schwach. Aber schön in ihrer silbergrauen Gestalt und von den Jahren gebeugt.

Altai – bisher ein Begriff für mich ohne Emotion ohne zu wissen was sich dahinter verbirgt. Ein Begriff aus dem Kreuzworträtsel.   Sibirien – meine Vorstellung von morastigen Birkenwäldern, feucht, kalt und mit Millionen von Mücken.

Nein, alles ist anders – das Altaigebirge ist ein ganz anderes Sibirien. Flüsse, Bäche, Seen. Mal wie das Allgäu, mal wie in Kanada. Touristisch vorsichtig erschlossen und Platz geschaffen für den Menschen um in der Natur anzukommen.

Es ist abends 21:30 Uhr – langsam wird es dunkel. Rainer und ich telefonieren mit zuhause. Überall riechen die Kräuter wie in einem Kräuterladen. Fast aufdringlich wollen die Pflanzen wahrgenommen werden. Die Fliegen und Mücken bleiben aus – zu kalt -, denn hier in den Bergen hat es gerade noch 16 Grad. Am anderen Flussufer zelten Menschen  und machen gerade ein Lagerfeuer an. Ein guter Platz für Angler. Der Himmel treibt Wolken über die Berge und zwischendrin zeigen sich die ersten Sterne. Es ist Dämmerung. Etwas später, vielleicht in einer halben  Stunde, haben wir wieder einen Sternenhimmel der ist so rein, dass man glauben könnte es sei einzigartig auf der Welt.  Die Milchstraße zum Greifen. Nur in der Steppe und Wüste in Kasachstan war dieser Sternenhimmel so nahe.

Um uns herum wird es still, nur das Getöse vom Fluss dringt ins Fahrzeug. Auf der naheliegenden Straße fahren nur noch vereinzelt Fahrzeuge. Rainer spült ab und wir werden noch im Fahrzeug aufräumen. Wir wollen morgen bereits um 5:00 Uhr weiter. Wir freuen uns darauf in der morgendlichen Stimmung mit einer Tasse Kaffee loszuziehen - in Richtung Mongolei.

Um uns herum in den dichten Wäldern streunen vielleicht Wölfe und Bären. Schildern weisen auf die Gefahren immer wieder hin. Sibirische Bären sollen gar nicht nett zu Touristen sein. Trotzdem hätte ich irgendwie das Verlangen mal Einen zu sehen. Kommt ja vielleicht noch, denn auch die West-Mongolei liegt im Altai. 

Zur Zeit haben wir Neumond. Draußen ist es inzwischen stockdunkel. Bis auf die Sterne die jetzt deutlich zu sehen sind. Noch einmal raus vors Fahrzeug mit einem Eimer heißen Wassers für die Füße – fast profan in dieser Stimmung. In diesen Momenten fühle ich, dass mein Alltag mit dieser atemberaubenden Welt um mich herum verschmilzt. Ich bin da, angekommen in dieser traumhaften Natur.

Ich gehe jetzt – hoffentlich frisst mich der Bär nicht beim Füße waschen – das wäre dann unfair, ich könnte ja nicht weglaufen.

Wir haben zwei Tage Zwangspause - Die russische und die mongolische Grenze ist geschlossen - wegen dem Nadaamfest. Wir fahren wieder zurück zum Fluss und breiten uns aus. Säubern das Fahrzeug, kleine Reparaturen,  Fischen, Wäsche waschen, dösen, lesen, diskutieren! Zunächst waren wir etwas sauer, dass wir nun nicht weiterkamen, dann aber spürten wir, dass uns die Pause wirklich gut tat. Leider sollte es, wie es sich später zeigt, nicht die letzte Zwangspause werden.

 

 

Zwischendurch gibt es Mittagessen aus dem Tiefkühlfach: Lasagne aus Deutschland mit Kopierter russischer Anleitung. Lasagne aus Offenburg!

Wir tauschen ein Riegele Radler gegen ein Fischessen - leider waren meine Angelkünste nicht von Erfolg gekrönt.

Wir Fahren zurück zur Grenze und finden uns gleich unter vielen Gleichgesinnten. Manche waren schon vor drei Tagen hier und hatten nur zwei Tage Pause. Typisch für die Region sind die heftigen und schnellen Unwetter und das sofortige wieder Aufklaren des Himmels.

Letzter Blick zurück auf das russische Altai
Letzter Blick zurück auf das russische Altai
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In 48 Stunden Kasachstan durchquert

Nicht, dass wir jetzt besonders stolz wären in gerade 48 Stunden 1300 km hinter uns gelassen zu haben, aber die Steppe und Halbwüste haben, so man Sie schon mal kennengelernt hat,  wirklich nur eine Herausforderung - fahren, fahren , fahren,

Lieber möchten wir mehr Zeit haben in der Mongolei.

Also haben wir Schichtdienst eingelegt. Jeder fährt 4-5 Stunden. Nachts fahre ich, das bin ich von vielen anderen Reise gewohnt. Morgens Abfahrt um 9:00 Uhr - bis 2 Uhr nachts. Ich liebe es nachts zu fahren. Manchmal im Schein der Lichter - in meiner abgegrenzten Welt - komme ich mir vor wie Saint Exupery, der, welcher den kleinen Prinzen erdacht hat. Als Flieger hatte er im Krieg Nacht- und Aufklärungsflüge zu leisten. Die langen Nachtstunden hatte er dazu genutzt Geschichten zu ersinnen. Ich schreibe keine Geschichten, aber im Scheinwerferlicht von MANni kommen mir viele Gedanken über die Familie, die Arbeit, die Mitarbeiter und manche Idee die es noch zu realisieren gibt wird im Scheinwerferlicht geboren. 400 Watt Licht bringt MANni auf die Strasse. Da wird es taghell wenn das Fernlicht angeht. Vor mir und hinter mir fährt aber kaum noch einer um 2 Uhr nachts. Alle sind zu Bett. Nur die Schlaglöcher wollen nicht zu Bett gehen, die sind immer unterwegs auf den Strassen. Ich weiss nicht, warum die nicht aufgeben, bei soviel Schlägen!!

 

Aktuell sind wir in Gorno Altaysk - etwa 100 km vor der mongolischen Westgrenze - im Altaigebirge. Wir sind im Hotel, um Wäsche waschen zu  lassen und unter der Dusche die Haut aufzuweichen, damit der Staub wieder aus den Poren kommt. Ausserdem haben wir alle Vorräte wieder aufgefüllt. In den mongolischen Aimaks werden wir sicherlich nur die allernötigsten Lebensmittel erhalten. Ritter Sport gibt es dort nicht und mein Beifahrer Rainer scheint dieses Doping regelmäßig zwingend zu brauchen. Daher haben wir auch diesen Vorrat mächtig aufgefüllt.

 

In zwei Tagen wollen wir in Ulgji in der Mongolei sein. Dort erwarten wir einen guide, der uns im Altaigebirge zu Adlerjägern führt. Ein Volkstamm der Kasachen lebt dort seit vielen Jahrhunderten und praktiziert noch die Jagd mit dem Adler. Als Junges wird der Adler aus dem Nest geraubt und wird in der Jurte bei der Familie großgezogen. Der Adler lernt die Jagd, bei welcher er das Tier nur Töten aber nicht rupfen darf. Das würde die wertvollen Felle zerstören, von denen der Jäger und seine Familei lebt. Wird der Adler geschlechtsreif - mit etwa 10 Jahren - wird er in die Freiheit entlassen. Bis dahin lebt er als Teil der Familie mit. Die Tradition der Adlerjäger ist leider einem zweifelhaften Verfall unterworfen.

 

Sehr reiche Araber aus den Emiraten kommen und kaufen den Jägern für viel Geld die ausgebildeten Vögel ab. Business zieht in die Jurte ein. Die alte Jagdkultur wird zerstört. Kaum einer der jungen Kasachen möchte die Tradition der Tradition wegen übernehmen. Das Geld tritt an die erste Stelle.

Der Adler wird zum Umsatz. Nicht überall sei das so. Wir hoffen noch die ursprüngliche Gegebenheiten erleben zu dürfen. Wir gehen auf die Jagd, nicht um des toten Fuchses wegen oder für das Murmeltier oder den Hasen - nein  - wir gehen, um hinzufühlen in eine Welt der Verbundenheit von Tier und Mensch. Noch können wir das erleben - aber vielleicht opfern wir letztlich diese Kultur dem Kommerz. Gerne möchte ich noch ein kleinwenig diese Ursprünglichkeit erleben. Vielleicht aber bin ich alsTourist auch schon wieder ein Beschleuniger dieser Veränderungen und trage einen Beitrag hinzu, die Adlerjagd zu Geld zu machen. Ich bin in meinen Gefühlen unsicher. Die Abenteuerlust wird wohl siegen und ich freue mich auf die Begegnung.  Wir haben Gastgeschenke mit dabei. Solarladestation für Batterien! Mal sehen ob das dem Jäger gefällt??! Geld wollen für das Erlebniss dem Jäger nicht bezahlen. Wir werden das euch im nächsten Artikel erzählen. Erstmal werden wir kaum mehr Internet bis Ulgji haben. Wieviel Zeit uns dort bleibt um eine Blog zu schreiben werden wir sehen. Ich denk, dass wir erstmal nichts von uns hören lassen. Vielleicht mehr als eine Woche lang. Internet im mongolischen Grasland ist noch nicht ganz angekommen. Gott sei Dank! Den Lesern eine Bitte: Kommentare freuen uns ungemein. Wir können sehen wer da alles mitliest. Jeder Kommentar ist für uns auch ein Beitrag dran zu bleiben. Die Fotos übrigens sind häufig von Rainer und mir. Die besonder detailverliebten Bilder sind in der Regel von Rainer, die mehr informativen von mir. Er ist der Künstler, ich der Bildjournalist!! 

Aber --- auch Bildjournalisten machen schöne Fotos. Daher dürft Ihr mal raten welches Bild von wem ist! Stimmts Astrid??

Horst

.

 

 

Habe ich eigentlich schon mal darüber berichtet, dass in allen zentralasiatischen Staaten das Essen ohne Messer serviert wird. Das kommt daher, dass die Messer aus Sorge vor Messerstechereien in Gasthöfen verboten wurden. Das ist bis heute so. Ich habe mein Taschenmesser immer in der Tasche und wenn ich mal zusteche dann in ein zähes und fettes Hammelfleisch!

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Abschied von Rüspi (Rüdiger Spilger)

Abschied von Rüdiger – sieben Wochen waren wir nun unterwegs. Für zwei Reisende die normalerweise kaum ihre Freizeit miteinander verbringen eine lange Zeit auf 14qm Deutschland im Wohnmobil.

Heute in Biskek haben wir uns verbschiedet: Zunächst fürs Erste – denn irgendwann werde ich mit ihm den MANni wieder nach hause fahren. Über den Baikalsee und Sibirien nach Moskau. Vielleicht im September schon oder erst nächstes Jahr, wenn es eine Gelegenheit gibt das Fahrzeug in der Mongolei  überwintern zu lassen.

Wir haben uns gut die vielen Wochen verstanden. Mit Toleranz, Wertschätzung und einer guten Abstimmung geht das. So long my friend, danke fürs mitfahren – wir sehen uns bald wieder.

 

Mit Rainer geht es nun quer durch Kasachstan nach Russland und dort scharf rechts zur Grenze der Mongolei. 2100km liegen vor uns. Bei guter Strasse wären das fünf Tage – im Moment sieht es noch ganz gut aus, im Vergleich zu Kasachstan im Westen vor vier Wochen. Dort war ja nur offroadpiste mit Kardanwellenbruch. Ich freue mich schon auf Russland und die Strecke zum Altaigebirge. Viele Globetrotter beschreiben diese Strecke als wunderschön. Bis dahin werden wir sicherlich heisse Tage in der Kasachischen Steppe verbringen. Mir graut schon wieder vom Feinstaub der in jede Ritze des Fahrzeugs dringt und uns zum Bergarbeiter mit Staublungen macht. Wir werden das überstehen und uns über die Mongolei freuen. Einige der Wegbegleiter die wir kennen und Kontakt haben sind mit ihren Fahrzeugen schon seit Wochen im Norden der Mongolei eingefahren und berichten und bestätigen die wunderbare Welt der Mongolei und deren Menschen. Bald werden wir sie treffen, den Peter und die Marion, den Willi und die Eva und die Anderen, die ohnehin unseren Weg kreuzen.

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Ankunft in Biskek, für die Fotofreaks habe ich zusätzlich zum Video noch Bilder von Khorog nach Osh eingestellt.

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Pamir 2 - von Khorog nach Osh/Kirgistan

Menschen aus der ganzen Welt im Aga Khan Park. Deutsche (wir), Japan, Ukraine, Iran, Schweiz, Tschechei

und Andere. 

Am zweithöchsten fahrbaren Pass der Welt - am Akbaytalpass mit einer Höhe von 4655 - geniesen wir ein RiEGELE und lesen eine Augsburger Zeitung - wenn auch schon 10 Tage alt.  Wie es sich für einen Augsburger Bürger gehört - oder?

 

 

Rüdiger, Rainer und Horst

Khorog - Provinzhauptstadt und Zentrum des Pamirs. Hier verstehen sich die Menschen auch als Pamiris. Sie möchten keine Tschads sein. Aga Khan - mehrfacher Industriemiliardär und Oberhaupt und religiöser Führer der ismailitischen Nizariten. Er wird umjubelt und von der Politik kritisch hinterfragt. Er investiert jährlich Million in das Land und fördert die Entwicklung der Region. Aga Khan IV. hat aus Khorog eine Universitätsstadt gemacht und entsprechend viele junge Menschen sind hier zu finden. Die Stadt ist Ausgangspunkt vieler touren und der Wegbeginn des eigentlichen Pamir highways. Wir starten, nicht zuvor mit MANni einen ausführlichen Check gemacht zu haben. Ölwechsel, abschmieren, waschen und vieles mehr lassen wir ihm angedeihen. Er hat eine gewaltige Leistung mit großen Steigungen zu erbringen. Mal sehen wie der das schafft. 

Die Menschen in Khorog sind wie überall sehr freundlich. Wir treffen Heiner und Biggi mit ihrem Grey-Bull, einem 20t. Monster Allrad. Auch Gerd - nein Wolfram heisst er eigentlich. Aber weil an der Usbekisch-tadschikischen Grenzen der Name Wolfram so schwer zu buchstabieren war, hat er seinen zweiten Namen Gerd angegeben. Seither heisst er bei uns Gerd. Was er eigentlich nicht mag! Gerd ist mit seinem Sohn Silvan unterwegs. Fährt einen 10t, Steyr Allrad. Nur so am Rand für die Freeks unter den Lesern.

Deben den beiden mächtigen Fahrzeugen wirkt MANni fast klein und zierlich. Gemeinsam gehen wir - Gerd-Wolfram hat zudem Geburtstag am Abend zu essen. Indisch - ungewöhnlich am Pamir - oder?

 

Wir legen einen lockeren Tag ein. Saubermachen, dösen, Autoputzen. Mit den vielen jungen Menschen Gespräche führen und im Aga Khan Park sich mit Weltenbummlern treffen und sich die vielen Biografien der Einzelnen anhören.

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