Rückblick des zweiten Reiseabschnitts – Bischkek Kirgistan nach Ulaanbator Mongolei

Rainer und mein Ziel war, möglichst zügig die Mongolei zu erreichen um dort viel mehr Zeit zu haben die Eindrücke die wir erwartet haben zu geniesen. Deshalb haben wir Kasachstan und Russland in 96 Stunden durchfahren um dann wiederum zwei Tage vor einer verschlossenen mongolischen Grenze zu stehen.

Ohne darüber traurig zu sein – unsere Erwartungen haben sich mit denen der Wirklichkeit in der Mongolei bisher leider nicht gedeckt. Unser Plan, die Nord-Südnordroute zu fahren hatte sich ja zerschlagen weil dort die Furten wohl doch zu heftig, selbst für MANni gewesen hätten sein können. Die Reise durch die 1000km Steppe und Steinwüste, die Pannen und die zermürbenen Pistenverhältnisse haben nicht gerade zu unserer Zufriedenheit beigetragen. Erheiternd war das junge Volk Alena und Dascha, die uns immer wieder mit ihrer unkomplizierten jungen Art gezeigt hatten, dass die Umstände der Reise halt nun doch Teil des Journeys sind. Trotz aller Widrichkeiten, den Reparaturen, der Sorgen ob wir nun durchkommen oder nicht, möchte ich die Bilanz positiv ausfallen lassen. Bei allem was wir erlebt haben sind wir tief in dieses Zentralasien eingedrungen. Wir haben liebenswerte Menschen kennengelernt und unerwartete Hilfsbereitschaft erlebt. Die Reise hat uns gezeigt, dass wir zu keinem Zeitpunkt das Gefühl von Bedrohung hatten und wir trotz unseres europäischen Auftretens mit MANni – Luxus und Langnasen sind wir immer und überall eingebunden und willkommen gewesen. Da habe ich auf meinen Reisen durch Europa schon anderes erlebt.

Inzwischen haben wir auch Katrin und Hendrik mit ihrem gelben Monster wiedergetroffen. Wir hatten beide in Kasachstan auf der Piste kennengelernt. Auch sie sind mit erheblichen Schäden am Fahrzeug hier in Ulaanbator gestrandet und warten auf Ersatzteile.

Mein eigentliches Reiseziel ist ja nun die Wüste Gobi. Dort soll der größte Dinosaurierfriedhof der Welt sein. Diesen Abschnitt und einen Abstecher in den Nordwesten der Mongolei  bleibt meiner Frau und meinem Felix vorbehalten. Nächste Woche beginnt damit der dritte Reiseabschnitt. Der vierte und letzte wird dann die Heimreise über den Baikalsee und Irkutsk werden. Seit heute beginnt der Versuch mein Fahrzeug bis Mitte nächstes Jahr hier in der Mongolei zu lassen. Ich habe jetzt eine Reihe von Menschen gebeten mir zu helfen eine Zollregelung und eine beheizte Halle für MANni zu finden. Wenn das klappt bleibe ich noch bis Mitte September und fliege dann nach Hause. Wenn nicht fahre ich mit Rüdiger bis Mitte Oktober heim.

Wir werden sehen. Schönen Gruss an Alle aus der zur Zeit windigen warmen Mongolei an den heissen subtropischen Sommer in Bayern. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Elga (Dienstag, 30 Juli 2013 22:41)

    Lieber Horst,
    gerade lese ich von einem William O. Douglas, der 1958 eine Tour mit einem Kombi durch Pakistan, Afganistan, Iran, Irak, Khyber Pass ... unternommen hat. Gefragt, was er denn mache, wenn sein Auto kaputtginge, antwortete er: "Kein Problem, ich nehme meine Frau zum Reparieren mit." Und es gibt wohl auch Fotos von seiner Frau, die im Kleid unterm Wagen liegt und schraubt.- Gut, dass Anne bald kommt. Viele Grüße und weiterhin viel Glück und einen schönen Reiseabschnitt mit Anne und Felix - herzlich, Elga

    @Ist eigentlich mein Gruß auf Deinem Satellitentelefon angekommen? Das Herausfinden der Technik war auch sehr abenteuerlich..