In 48 Stunden Kasachstan durchquert

Nicht, dass wir jetzt besonders stolz wären in gerade 48 Stunden 1300 km hinter uns gelassen zu haben, aber die Steppe und Halbwüste haben, so man Sie schon mal kennengelernt hat,  wirklich nur eine Herausforderung - fahren, fahren , fahren,

Lieber möchten wir mehr Zeit haben in der Mongolei.

Also haben wir Schichtdienst eingelegt. Jeder fährt 4-5 Stunden. Nachts fahre ich, das bin ich von vielen anderen Reise gewohnt. Morgens Abfahrt um 9:00 Uhr - bis 2 Uhr nachts. Ich liebe es nachts zu fahren. Manchmal im Schein der Lichter - in meiner abgegrenzten Welt - komme ich mir vor wie Saint Exupery, der, welcher den kleinen Prinzen erdacht hat. Als Flieger hatte er im Krieg Nacht- und Aufklärungsflüge zu leisten. Die langen Nachtstunden hatte er dazu genutzt Geschichten zu ersinnen. Ich schreibe keine Geschichten, aber im Scheinwerferlicht von MANni kommen mir viele Gedanken über die Familie, die Arbeit, die Mitarbeiter und manche Idee die es noch zu realisieren gibt wird im Scheinwerferlicht geboren. 400 Watt Licht bringt MANni auf die Strasse. Da wird es taghell wenn das Fernlicht angeht. Vor mir und hinter mir fährt aber kaum noch einer um 2 Uhr nachts. Alle sind zu Bett. Nur die Schlaglöcher wollen nicht zu Bett gehen, die sind immer unterwegs auf den Strassen. Ich weiss nicht, warum die nicht aufgeben, bei soviel Schlägen!!

 

Aktuell sind wir in Gorno Altaysk - etwa 100 km vor der mongolischen Westgrenze - im Altaigebirge. Wir sind im Hotel, um Wäsche waschen zu  lassen und unter der Dusche die Haut aufzuweichen, damit der Staub wieder aus den Poren kommt. Ausserdem haben wir alle Vorräte wieder aufgefüllt. In den mongolischen Aimaks werden wir sicherlich nur die allernötigsten Lebensmittel erhalten. Ritter Sport gibt es dort nicht und mein Beifahrer Rainer scheint dieses Doping regelmäßig zwingend zu brauchen. Daher haben wir auch diesen Vorrat mächtig aufgefüllt.

 

In zwei Tagen wollen wir in Ulgji in der Mongolei sein. Dort erwarten wir einen guide, der uns im Altaigebirge zu Adlerjägern führt. Ein Volkstamm der Kasachen lebt dort seit vielen Jahrhunderten und praktiziert noch die Jagd mit dem Adler. Als Junges wird der Adler aus dem Nest geraubt und wird in der Jurte bei der Familie großgezogen. Der Adler lernt die Jagd, bei welcher er das Tier nur Töten aber nicht rupfen darf. Das würde die wertvollen Felle zerstören, von denen der Jäger und seine Familei lebt. Wird der Adler geschlechtsreif - mit etwa 10 Jahren - wird er in die Freiheit entlassen. Bis dahin lebt er als Teil der Familie mit. Die Tradition der Adlerjäger ist leider einem zweifelhaften Verfall unterworfen.

 

Sehr reiche Araber aus den Emiraten kommen und kaufen den Jägern für viel Geld die ausgebildeten Vögel ab. Business zieht in die Jurte ein. Die alte Jagdkultur wird zerstört. Kaum einer der jungen Kasachen möchte die Tradition der Tradition wegen übernehmen. Das Geld tritt an die erste Stelle.

Der Adler wird zum Umsatz. Nicht überall sei das so. Wir hoffen noch die ursprüngliche Gegebenheiten erleben zu dürfen. Wir gehen auf die Jagd, nicht um des toten Fuchses wegen oder für das Murmeltier oder den Hasen - nein  - wir gehen, um hinzufühlen in eine Welt der Verbundenheit von Tier und Mensch. Noch können wir das erleben - aber vielleicht opfern wir letztlich diese Kultur dem Kommerz. Gerne möchte ich noch ein kleinwenig diese Ursprünglichkeit erleben. Vielleicht aber bin ich alsTourist auch schon wieder ein Beschleuniger dieser Veränderungen und trage einen Beitrag hinzu, die Adlerjagd zu Geld zu machen. Ich bin in meinen Gefühlen unsicher. Die Abenteuerlust wird wohl siegen und ich freue mich auf die Begegnung.  Wir haben Gastgeschenke mit dabei. Solarladestation für Batterien! Mal sehen ob das dem Jäger gefällt??! Geld wollen für das Erlebniss dem Jäger nicht bezahlen. Wir werden das euch im nächsten Artikel erzählen. Erstmal werden wir kaum mehr Internet bis Ulgji haben. Wieviel Zeit uns dort bleibt um eine Blog zu schreiben werden wir sehen. Ich denk, dass wir erstmal nichts von uns hören lassen. Vielleicht mehr als eine Woche lang. Internet im mongolischen Grasland ist noch nicht ganz angekommen. Gott sei Dank! Den Lesern eine Bitte: Kommentare freuen uns ungemein. Wir können sehen wer da alles mitliest. Jeder Kommentar ist für uns auch ein Beitrag dran zu bleiben. Die Fotos übrigens sind häufig von Rainer und mir. Die besonder detailverliebten Bilder sind in der Regel von Rainer, die mehr informativen von mir. Er ist der Künstler, ich der Bildjournalist!! 

Aber --- auch Bildjournalisten machen schöne Fotos. Daher dürft Ihr mal raten welches Bild von wem ist! Stimmts Astrid??

Horst

.

 

 

Habe ich eigentlich schon mal darüber berichtet, dass in allen zentralasiatischen Staaten das Essen ohne Messer serviert wird. Das kommt daher, dass die Messer aus Sorge vor Messerstechereien in Gasthöfen verboten wurden. Das ist bis heute so. Ich habe mein Taschenmesser immer in der Tasche und wenn ich mal zusteche dann in ein zähes und fettes Hammelfleisch!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0