Ende einer Reise - für Anne und Felix

Anne und Felix verabschieden sich - ihr Urlaub ist zu Ende. Fast vier Wochen Mongolei - und dann ein Abschied mit Unwetter und neun Stunden Abflugverzögerung. Rüdiger wartet schon in Berlin auf die Maschine, die jetzt erst gegen 22:00 Uhr in Berlin ankommen wird. Ich habe Zeit, schreibe am blog und habe von meiner Kollegin PR Aufgaben für die Zeitungsausgabe Bunter Kreis bekommen. 

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Einladung der First Lady der Mongolei Frau Bolormaa

Am Montag den 26.08. waren Anne, Felix und ich bei der First Lady der Mongolei zu Besuch. Anlass war der Besuch der Mutter Kind Klinik in Ulaanbator und der Auftakt eines gemeinsamen Projektes mit dem neu errichteten Mutter Kind Zentrum Schwaben und dem BUNTEN KREIS, einer Nachsorgestiftung dessen Geschäftsführer ich bin.

Meine private Reise in die Mongolei habe ich zum Anlass genommen, die in Zukunft Projektverantwortlichen an der Mutter Kind Klinik in Ulaanbator, kennen zu lernen. Ziel des Projektes ist die Überlasssung von modernen aber gebrauchten medizintechnischen Geräten der Augsburger Kinderklinik an die Klinik in der Mongolei. Darüber hinaus ist eine enge Zusammenarbeit und Patenschaft  bezüglich know how Transfer und Qualifizierung mongolischer Ärzte und Schwestern angedacht. Die First Lady Frau Bolormaa ist selbst Vorstand einer gemeinnützigen Stiftung "hope", welche in diesem Projekt eng verzahnt mitarbeitet.

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Ulaanbator - die Stadt

Der Sukhbaatar Platz mit Regierungssitz ("Weißes Haus"), Opernhaus, blue sky, 

Auf diesem Platz begann 1990 der Aufbruch mit Hungerstreiks, die zum Zusammenbruch des Sowjetischen Regims in der Mongolei geführt hat.

 

 

Ulaanbator – seit 1924 trägt die ehemalige Klosterstadt Urga den Namen „Roter Held“ Die Stadt sollte damals Aushängeschild des Fortschritts sein, Symbol für die neue, bessere Welt. Breite Straßen, mächtige Regierungsbauten im stalinistischen Stil, Plattenbausiedlungen und riesige Fernheizwerke erinnern an die Sowjetzeit. Sie vermischen sich heute mit Hochhäuser im Dubaistil, modernen Mehrfamiliensiedlungen und modernen westlichen Kaufhäusern. Dazwischen überall Jurten mit einfachen Öfen, die mit den Fahrzeugen eine bedrohlichen Smog erzeugen. Ulaanbator liegt an den Ausläufern des Khentii-Gebirges auf etwa 1400m. Kommt man aus der 1,5 Mio. Stadt heraus fühlt man sich sofort zurückversetzt, weit in die Vergangenheit. In unmittelbarer Nähe der Stadt liegt der Hustai Nationalpark mit einer wunderbaren Natur aus seltener Fauna und Flora.

Archäologisch interessante Städte aus der Türkenzeit (ca. 1200 Jahre alt) liegen direkt am Park im Tuul-Tal. Die Mongolei ist voller Nationalparks und sie umgeben die Stadt in alle Himmelsrichtungen. Viele Mongolen fahren am Wochenende hinaus in Ger-Camps (Jurtencamps) und verbringen ihre Zeit in der Natur. Leider auch hinterlassen sie Unmengen an Müll, die dann Wind und Regen entsorgen sollen. In der Stadt sind Samstag und Sonntag die Strassen nicht verstopf und man erreicht zügig sein Ziel. Die Woche über haben die Fahrzeuge jeweils einen Tag das Verbot in der Stadt zu fahren. Das Verbot ergibt sich aus dem Kennzeichen, dessen letzte Zahl jeweils bestimmt an welchem Tag das Fahrzeug ruhen muss.

Etwa 60% der mongolischen Bevölkerung leben in Ulaanbator und der Zustrom ist ungebrochen. Gigantische Wohnbauprojekt definieren weite Bereiche der Vororte. Tausende von Wohnungen sollen das Jurtenleben in der Stadt ablösen und durch moderne Heizssysteme die Stadt vom Smog befreien. Immer mehr Mongolen verlassen ihr „Countryside“, wie sie es selbst nennen. Die Viehzucht ist immer schwieriger, wenig rentabel, das Leben hart und ohne jeden Comfort. Die Versorgungszentren draussen auf dem Land sind schlecht bestückt und die Gesundheitsversorgung minimalistisch. Durch die Klimaveränderungen bleibt im Winter die Feuchtigkeit aus, was zu kargem Graswuchs im Frühjahr führt und die Tier verhungern lässt. In der Stadt erhofft sich die junge Generation den Wohlstand. Das Bildungssysem verlangt, dass die Kinder in den Aigmagzentren zur Schule gehen, wer nicht täglich dort hin kommt, lebt das Jahr über im Internat oder bei Verwandten, was die Familien zerreisst. In der Stadt scheint alles besser, so der Glauben einer jeden jungen Generation – wohl in der ganzen Welt so!

 

Die Zukunft des Landes und der Stadt liegt in der Investition des Westens. Besonders deutsche Firmen werden beworben Unternehmen im Land aufzubauen. Die Regierung wünscht sich „saubere“ Arbeitsplätze für die Menschen. Bisher ist die Arbeit in den Minenfeldern hart und lebensbedrohlich. Und auf dem Bau dominieren die chinesischen Vorarbeiter und Hilfskräfte. Die Mongolei ist als parlamentarisch geführtes Land mit zwei zentralen und wichtigen nahen Handelsnachbarn und Märkten eine stabile Region ohne Konflikte und Bedrohungen. Deutsche Firmen scheinen immer mehr Interesse an diesem Land zu gewinnen. Ein Großteil unserer Weisswursthäute, so erzählt mir der Botschafter Daavadorj, sind aus dem Darm der mongolischen Schafe. Besonders fest in der Substanz, vermarkten diese im wesentlichen noch die Chinese und führen diese in Deutschland ein. Das wird sich wohl ändern. Die Wurstfabriken unseres FC Bayern Chef Hoeneß sind bereits hier.

 

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Ulaanbator - der Zach

Wie jedes vergleichbare Land besitzt auch Ulaanbator einen Einkaufsbaszar. Zach genannt. Einen Teil dieses Zach habe ich etwas genauer kennengelernt. Den KFZ-Zach. Dort gibt es eigentlich komplett zerlegte Fahrzeuge. Autofriedhöfe gibt es in der Mongolei nicht. Defekte Fahrzeuge werden in alle Kleinteile zerlegt. So habe ich auch meine Federn jeweils aus dem Zach bekommen. In allen Größen und Stärken. 

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Wir sind wieder in Ulaanbator - Federbruch der Dritte!!

Also - eigentlich war ich diesmal nicht mehr aufgeregt und habe, wie üblich, weit ab jeder Besiedelung, einen weiteren Federbruch, diesmal gleich mit drei Frontfedern festgestellt. Wo die Brüche stattgefunden haben, wissen wir natürlich nicht. Ich vermute, dass diese schon vor vielen tausend km gebrochen sind, aber erst jetzt sichtbar werden und sich der Federblock durch die extremen Pisten öffnet und die gebrochenen Federteile herausnockeln. Umdrehen wollten wir nicht mehr, wir wollten zum Ulgi nurr, einem Steppensee. Also haben wir zwischen Rahmen und Vorderachse kurzerhand einen Holzblock gespannt und somit Achse und Rahmen direkt miteinander verbunden. Die Feder so ausser Kraft gesetzt um einen weiteren Bruch zu verhindern. Wir fuhren mit diesem Behelf langsam weiter. Gemütlich nach zwei Tagen sind wir, über eine gute Asphaltstrasse,  dann in Ulaanbator ohne ein weiteres Problem angekommen. Neue Federn waren gleich besorgt und mit Hilfe von Mechanikern, die schon die hintere Achsfeder repariert hatten, eingebaut. Eigentlich kann mich sowas jetzt nicht mehr schrecken. Immer passiert irgend etwas.... das gehoert mit zur Reise. 

So etwas, wie unser Federbruch,  wird hier in der Mongolei am Strassenrand montiert. Die Mechaniker sind unglaublich geschickt und finden immer eine Loesung. So z.B. war das Federauge, ein Gummipuffer, komplett aufgearbeitet. Beim Federblock musste eine neues Auge eingebaut werden. Gibt es aber fuer meine Federgroesse hier in der Mongolei nicht. So wurde einfach eine aehnliche Staerke eines Gummipuffers passend geschnitten. Ging auch - mal sehen ob es bis Deutschland durchhaelt. Schreibe uebrigens auf einer mongolischen Tastatur ohne Umlaute. Daher die Schreibweise!

Bilder auf dem Weg

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Drei Tage Pause and a horse with no name

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Erste Hilfe - Matsch und Schlamm

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Hujirt, Karakorum, Tsetserleg, Kloster Dyzayayn, Tsenher hot springs, Tsetserleg,

Geplant war eigentlich die Hotsprings von Hujirt zu besuchen. Nachdem Anne aber festgstellt hatte, dass diese eher einem Sanatorium gleichkam und nicht ganz unserem Spa-Gedanken in freier Natur entsprach, fuhren wir aus der Stadt der „1000 Adler“, den Titel deshalb, da wir dort das erstemal so viele Adler auf Bäumen und Zäunen sahen wie nirgends zuvor,  einfach weiter nach Karakorum um das Klostermuseum Endere Zuu zu besichtigen, das ich mit Rainer schon einmal besucht hatte.

Von dort weiter nach Teslerleg zum nächsten Kloster Dyzayayn– das ganz neu wieder errichtet wurde und das Naturkunde Museum der Region beinhaltet. Danach ein neuer Anlauf zu den hot Springs in einer anderen Region zu kommen. Der Reiseführer beschreibt folgendes: von Tsenher-Sum in südlicher Richtung etwa 23 km der Piste folgend. Verheimlicht hat der Reiseführer aber, dass dieses Tal nach Regentagen selbst für Allrad-Fahrzeuge fast unpassierbar ist. Wir also gutgläubig und von MANni’s technischen Fähigkeiten überzeugt fuhren die Piste. Dann kamen wir etwas zu südlich und wollen den Fahrfehler korrigieren in dem wir eine Furt nahmen und ´wie schon oft querfeldein zu fahren. Denkste! Ich war ausgestiegen um die Bodenverhältnisse zu prüfen. Die Furt würde halten, das gegenüberliegende Gelände schien trocken und tragfähig für unser Gewicht. Dem war leider nicht so. 50m nach der Furt kamen wir in ein Sumpfloch und in wenigen Sekunden bis auf die Hinterachse eingesunken. Glück im Unglück! Felix und Ich liefen der eigentlichen Furt zu und stoppten einen Jeep. Zwei perfekt englisch sprechende jungen Damen nebst Bruder und Fahrer und einer Handvoll Kinder mit Oma waren im Fahrzeug. Ein Telephonat entschärfte die unglückliche Situation – denn es war keinesfalls möglich das Fahrzeug auszugraben und mit eigener Kraft wieder flott zu machen. Die netten Damen und der Fahrer erwiesen sich als einheimisch und konnten Schwester und Schwager mit einem allradgetriebenen Traktor organisieren. Dem nicht genug – der Traktor kam, zog uns heraus und begleitete uns noch fünf km weit um uns ein zweitesmal aus einem Matschloch zu befreien und uns bis auf sicheres Terrain im Nationalpark zu begleiten. Wir waren wirklich sehr entspannt als wir bei den „hot springs“ ankamen. Dort erwartete uns aber ein weiteres Sumpfloch das unseren MANni zu verschlingen drohte, wir hingen kritsch schief und saßen wieder fest. Kein Allrad hilft wenn das Profil der Reifen voll Matsch ist und die sich die Bodenbeschaffenheit wie Schmierseife anfühlt.

 

Diesmal war kein Traktor mehr griffbereit. Aber dafür eine hilfsbereite Gruppe von Männern mit  einem schweren Allrad Jeep. Die Bilder erzählen eine eigene Geschichte.

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Aktueller Standort - 13.08.2013

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GOBI - Wüste - Steine - Berge - Sand

Eigentlich habe ich mir die Gobi wie eine die Sahara vorgestellt. Eine solche kenne ich von Marokko. Aber nein - die von uns besuchte Gobi ist aus Stein, Bergfelsen und Wanderdünen aus feinstem Sand auf Geröll. Durchzogen von wasserführenden Bächen und Quellen in Oasen und Schluchten. Zumindest am Rand der Gobi ist das so. Im Inneren der Gobi in China  (etwa zwanzig km bis zur chinesischen Grenze) zeigt sich diese Wüste unerbittlich und menschenvernichtend. Nur mit kompletter Expeditionsausrüstung kann man dort hineinfahren. Wir fahren da den etwas gemütlicheren Weg in den Nationalpark Gurvan Saikhan, bleiben dort und durchwandern die Geierschlucht - die Yolyn Am. Geier haben wir leider nicht gesehen, falls es dort tatsächlich welche gäbe waren die um die Mittagszeit sicherlich beim Mittagsmahl. Diese Schlucht ist dafür bekannt, dass Firneisreste vom Winter bis zum Sommer dort abgelagert zu finden sind. Uns hat diese wunderschöne Vegetation beeindruckt. 

Mit heissen Füssen vom Wandern haben wir uns auf den Weg gmacht zu den 115km entfernten Wanderdünen, den Khongoryn Els. An einem der letzten Ger Camp's - den Jurtencamps vor der Wüste blieben wir um diese Natürschönheiten zu erkunden. Bis zu zweihundert Meter hoch sind diese Dünen, die wir natürlich nur mit vierbeiniger Unterstützung besuchen wollten. Dabei hatten wir das Glück mit einer Gruppe deutscher Reisender und einer netten Reiseleiterin zusammen zu kommen. Wir haben uns diesen gerne angeschlossen.  Nach hartem Kamelritt und einer Duftnote, die für mehrere Tage unsere Mobil durchströmt hat, fuhren wir weiter gegen Norden, der etwas grüneren Vegetation entgegen. Meine Sehnsucht gilt dem Grasland. Einem Bild das ich tief in mir abgespeichert habe, mit Jurten und Pferden in knietiefem Gras.  Dieses Gras beginnt im Süden des Khangai Nationalparks, den wir ja schon einmal mit Federbruch durchfahren haben. Heute sind wir wieder dort angelangt. füllen im Aimag Zentrum Arvaikheer die Tanks mit Diesel und Wasser und die Stauräume mit frischen Lebensmitteln. Vor allem frisches Gemüse fehlt uns. Im Supermarkt waren gleich 6 Bedienstete die uns helfen wollten die Einkäufe zum Fahrzeug zu bringen. Jeder möchte gerne mit hineinschauen wie unsere Jurte von innen aussieht. 

 

Eine kleine Geschichte noch auf diesem Weg gilt es zu erzählen. Auf dem Weg vom Sanddünencamp zum Aimagzentrum waren es ca. 300 km.  Das sind auf dem "local-way" drei Tage mit zwei Übernachtungen bei einer Geschwindigkeit von um die 30 km/h - wenn's gut geht. Es ging sogar zügiger auf Sandwegen und trotzdem brauchten wir gemütlich drei Tage, denn zwischendrin auf der Suche nach der richtigen Fahrspur kamen wir zufällig bei einer Hochzeit vorbei, die schon am dritten Tag am ausklingen war. Die Gäste waren lustig , aber auch sehr vodkagesellig. Wir wurden geradezu in die Jurte gezerrt und mussten mit einem Berg von Kindern, Omas und Opas, Onkel und Tanten einen Abend lang mitfeiern. Der Airag, das Bier der Mongolen, wie sie das nennen, ist eine gegorene Stutenmilch die schon einige Prozent Alkohol besitzt und in unseren europäischen Mägen leichte Verdauungsprobleme auslöst. Meine Strategie ist es dann, schon gleich mit Vodka nachzuspülen um die Bakterien in Grenzen zu halten. Dazwischen gibt es viele Male Schnupftabak und Felix kam nicht aus, mit den Männern eine Zigarette zu rauchen und Vodka zu trinken. Wir verbrachten den Abend mit diesen Feierlichkeiten und fuhren nächsten Tag weiter.  

Jetzt muss man wissen, dass durch diese Steppe viele "lokalroads" führen und auf dem kurzesten Weg zum nächsten Zentrum führen, so man den Weg kennt. Selbst mit GPS ist es aber nicht ganz sicher, dass man die richtige Route erwischt. So fragen wir in der Regel auch immer wieder die dort leben Viehzüchter ob wir noch richtig unterwegs sind. So auch einen Motorradfahrer am Wegrand, der uns gerne behilflich war und auf dem gleichen Weg, wie wir, zum nächsten Versorgungs-Zentrum war.

Er hatte auf seinem Gefährt auch eine Zinkwanne mit einer darin lebenden festgebundenen Ziege dabei. Eine Augenweide zuzusehen wie diese diesen Transport durchstand. Der junga Mann war von unserem Fahrzeug sehr angetan und beschenke uns im Tausch mit einem Bier auch mit einer Tüte getrocknetem Käse. "Schon wieder" stöhnte Anne, denn dieser für uns fast ungeniesbarer Käse gibt es überall und zählt zu den Grundnahrungsmittel wie bei uns das Brot und die Kartoffel. 

Ergebnis dieser netten Begegnung, er begleitete uns bis zur nächsten Stadt - 60km weit, einen halben Tag lang, mit seinem Motorrad und verhinderte, dass wir uns auf den vielen Strassen und Wegen in der Steppe verfahren haben. Eine schöne Begegnung. jetzt geht es weiter hinein in den Khangai Nationalpark, zu heissen Quellen, zum Wasserfall und zum Pferdetrecking. Falls es ein Pferd für meine Körpergewichtsklasse zum Trecken gibt in diesem Lande.

 

 

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gurvan sayhani - Nationalpark und Gobi

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Bildergalerie Ulanbaator - Wegstrecke zur Gobi

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Auf dem Weg in die Wüste Gobi

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Dritter Reiseabschnitt beginnt, Anne und Felix in Ulaanbator

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