Ulaanbator - die Stadt

Der Sukhbaatar Platz mit Regierungssitz ("Weißes Haus"), Opernhaus, blue sky, 

Auf diesem Platz begann 1990 der Aufbruch mit Hungerstreiks, die zum Zusammenbruch des Sowjetischen Regims in der Mongolei geführt hat.

 

 

Ulaanbator – seit 1924 trägt die ehemalige Klosterstadt Urga den Namen „Roter Held“ Die Stadt sollte damals Aushängeschild des Fortschritts sein, Symbol für die neue, bessere Welt. Breite Straßen, mächtige Regierungsbauten im stalinistischen Stil, Plattenbausiedlungen und riesige Fernheizwerke erinnern an die Sowjetzeit. Sie vermischen sich heute mit Hochhäuser im Dubaistil, modernen Mehrfamiliensiedlungen und modernen westlichen Kaufhäusern. Dazwischen überall Jurten mit einfachen Öfen, die mit den Fahrzeugen eine bedrohlichen Smog erzeugen. Ulaanbator liegt an den Ausläufern des Khentii-Gebirges auf etwa 1400m. Kommt man aus der 1,5 Mio. Stadt heraus fühlt man sich sofort zurückversetzt, weit in die Vergangenheit. In unmittelbarer Nähe der Stadt liegt der Hustai Nationalpark mit einer wunderbaren Natur aus seltener Fauna und Flora.

Archäologisch interessante Städte aus der Türkenzeit (ca. 1200 Jahre alt) liegen direkt am Park im Tuul-Tal. Die Mongolei ist voller Nationalparks und sie umgeben die Stadt in alle Himmelsrichtungen. Viele Mongolen fahren am Wochenende hinaus in Ger-Camps (Jurtencamps) und verbringen ihre Zeit in der Natur. Leider auch hinterlassen sie Unmengen an Müll, die dann Wind und Regen entsorgen sollen. In der Stadt sind Samstag und Sonntag die Strassen nicht verstopf und man erreicht zügig sein Ziel. Die Woche über haben die Fahrzeuge jeweils einen Tag das Verbot in der Stadt zu fahren. Das Verbot ergibt sich aus dem Kennzeichen, dessen letzte Zahl jeweils bestimmt an welchem Tag das Fahrzeug ruhen muss.

Etwa 60% der mongolischen Bevölkerung leben in Ulaanbator und der Zustrom ist ungebrochen. Gigantische Wohnbauprojekt definieren weite Bereiche der Vororte. Tausende von Wohnungen sollen das Jurtenleben in der Stadt ablösen und durch moderne Heizssysteme die Stadt vom Smog befreien. Immer mehr Mongolen verlassen ihr „Countryside“, wie sie es selbst nennen. Die Viehzucht ist immer schwieriger, wenig rentabel, das Leben hart und ohne jeden Comfort. Die Versorgungszentren draussen auf dem Land sind schlecht bestückt und die Gesundheitsversorgung minimalistisch. Durch die Klimaveränderungen bleibt im Winter die Feuchtigkeit aus, was zu kargem Graswuchs im Frühjahr führt und die Tier verhungern lässt. In der Stadt erhofft sich die junge Generation den Wohlstand. Das Bildungssysem verlangt, dass die Kinder in den Aigmagzentren zur Schule gehen, wer nicht täglich dort hin kommt, lebt das Jahr über im Internat oder bei Verwandten, was die Familien zerreisst. In der Stadt scheint alles besser, so der Glauben einer jeden jungen Generation – wohl in der ganzen Welt so!

 

Die Zukunft des Landes und der Stadt liegt in der Investition des Westens. Besonders deutsche Firmen werden beworben Unternehmen im Land aufzubauen. Die Regierung wünscht sich „saubere“ Arbeitsplätze für die Menschen. Bisher ist die Arbeit in den Minenfeldern hart und lebensbedrohlich. Und auf dem Bau dominieren die chinesischen Vorarbeiter und Hilfskräfte. Die Mongolei ist als parlamentarisch geführtes Land mit zwei zentralen und wichtigen nahen Handelsnachbarn und Märkten eine stabile Region ohne Konflikte und Bedrohungen. Deutsche Firmen scheinen immer mehr Interesse an diesem Land zu gewinnen. Ein Großteil unserer Weisswursthäute, so erzählt mir der Botschafter Daavadorj, sind aus dem Darm der mongolischen Schafe. Besonders fest in der Substanz, vermarkten diese im wesentlichen noch die Chinese und führen diese in Deutschland ein. Das wird sich wohl ändern. Die Wurstfabriken unseres FC Bayern Chef Hoeneß sind bereits hier.

 

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Ulaanbator - der Zach

Wie jedes vergleichbare Land besitzt auch Ulaanbator einen Einkaufsbaszar. Zach genannt. Einen Teil dieses Zach habe ich etwas genauer kennengelernt. Den KFZ-Zach. Dort gibt es eigentlich komplett zerlegte Fahrzeuge. Autofriedhöfe gibt es in der Mongolei nicht. Defekte Fahrzeuge werden in alle Kleinteile zerlegt. So habe ich auch meine Federn jeweils aus dem Zach bekommen. In allen Größen und Stärken. 

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Für die nächsten Wochen unser zuhause. Anne freundet sich schneller damit an als ich dachte und die Reise kann beginnen. Wir fahren zunächst in ein Termalbad nördlichen von Pretoria um dann zügig weiter zu fahren zur Namibischen Grenze.
Für die nächsten Wochen unser zuhause. Anne freundet sich schneller damit an als ich dachte und die Reise kann beginnen. Wir fahren zunächst in ein Termalbad nördlichen von Pretoria um dann zügig weiter zu fahren zur Namibischen Grenze.