Von Samarkand nach Dushanbe - der Weg, die Grenze, die Stadt

Zwei Tage haben wir gebraucht um von Samarkand nach Dushanbe zu kommen. 356 km, zum Großteil Baustelle und wieder weite Strassenstrecken wie zerbombt.  Auf dieser Strasse - wir fahren diese bis 100 km vor Termiz - der Grenzstadt, soll die Bundeswehr ihren Rückzug aus Afghanistan organisieren. Daher die vielen Baustellen. Die Fotos zeigen es Euch. Landschaftlich beginnen hier die Berge wie aus dem Nichts - aus dem Flachland erheben sich die ersten 1000er Hügelketten. Für unser Fahrzeug werden die Steigungen zur Strapaze, z.T. im 1. Kriechgang, aber für uns ergeben sich sehr schöne Begegnungen mit den Strassenverkäufern und den Menschen am Rand der Tour. Gerne schenken wir den Kindern Süssigkeiten. Die Kinder an der Strassen haben wirklich nichts und ohne gönnerhaft zu sein ist es schön den Kindern diese Freude zu machen. Ist es uns doch passiert, dass die Kinder zurück kamen und von ihren Bauchläden voller getrockneter Kräuter uns als Gegengeschenk Teetütchen gaben. Ich habe immer so meine Probleme Kindern Geschenke zu machen, damit das betteln nicht gefördert wird. Aber nichts zu geben, finde ich geht auch nicht.  Und so ist dieser "Tausch" zuletzt ein Geschäft - ein freiwilliges mit viel Freude auf beiden Seiten.

 

In der Stadt suchen wir nach einem Hotel wegen der Registrierung. Wir müssen uns innerhalb von 72 Stunden über ein Büro oder Hotel anmelden, dass wir im Land unterwegs sind. Ich fahre den MANni unter ein Vordach am Hotel, sodass er gerade darunter passt. Rainer und Rüdiger checken sich ein, ich werde als "Security" im WOMO schlafen. Das war für die Dame am Empfang missverständlich und meinte wohl, dass ich der Fahrer bin, der sich kein  Zimmer leisten kann. Sie gibt mir "armen Menschen" Handtücher für die  Dusche in der Saune, lädt mich zum kostenlosen Frühstück morgen früh ein und selbstverständlich bekomme Strom für den MANni, dass die Klimaanlage und der Kühlschrank laufen können. Ich habe nichts dagegen gesagt, fand das Missverständniss heiter und mich zum Diener meiner Herren gemacht. Vor der Abreise werde ich dann aber ein großzügiges Trinkgeld zurück lassen. Bis dahin geniese ich die neue Rolle.

 

Zur Stadt kann ich nicht viel sagen. Regierungssitz und es gibt Wasser ohne Ende. Vielleicht ist dieses Wasser einmal Einnahmequelle für das Land. In seiner Wasserkraft liegt unendlich viel Elektrizität. Die Stadt boomt durch gigantische Bauprojekte. Überall gibt es Wasseradern die wenigstens etwas Kühlung bringen. 

 

Die nächsten Tage bis Khorog werden wir kein Internet haben. Jetzt geht  am Grenzfluss von Afghanistan entlang und dann hoch hinauf in die Berge,. Wir brauchten dazu ein extra Permit um die Region zu befahren. Überall sei Militär und vieles an den Strassenrändern weisst auf den Krieg hin, auch Minenfelder, die noch nicht entschärft wurden. Spielende Kinder, so sagt man, seien darauf gestoßen und haben dafür bezahlt. Also - aussteigen und rumspazieren auf dieser Strecke - nicht empfehlenswert!

 

 In Korog werden wir dann entscheiden ob es die Sicherheitslage erlaubt den Vakankorridor zu befahren, bzw. an ihm entlang zu fahren. Ansonsten werden wir den klassichen Pamir Highway , die M41 fahren - 4700m hoch!!   Bis dann, wir melden uns in Korog.

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Astrid (Dienstag, 25 Juni 2013 23:16)

    Hallo Ihr drei,
    Haben heute Abend bei Solveigs Geburtstag euren Blog gelesen. Ich hält euch die Daumen für die Strecke nach Korog und freue mich dann von euch zu hören.
    Liebe Grüße aus der kalten Heimat.

  • #2

    Annerose (Samstag, 29 Juni 2013 15:06)

    Hallo Ihr Reisenden - Ihr zufriedenen Männer,
    bei uns gibt es auch Wasser ohne Ende - vor allem von oben! Die Tagestemperatur befindet sich um die 13 Grad - zur Zeit noch über Null. Ich sehe es fehlt Euch an Nichts: beeindruckenden Landschaften, Himbeerkuchen, gekühltes Wasser und Wodka, Übernachten in angenehmer Atmosphäre, hübschen Frauen...
    Liebe Grüße und sichere Wege gehen und heil bleiben!
    Eure Annerose

  • #3

    Jochen (Samstag, 29 Juni 2013 20:50)

    Hallo ihr Abenteurer,

    ich verfolge reglmäßig euren Block und finde es sehr spannend und informativ was ich da so lese und sehe. Drück euch die Daumen für den weiteren Weg.

    Herzliche Grüße
    Jochen Bäurle

  • #4

    Ursula und Werner (Montag, 01 Juli 2013 11:46)

    Privet Rainer i Rüdiger,kak dela?Es ist Montag und der Russischkurs naht!Leider ohne Euch!
    Wir verfolgen die tollen Reisebeschreibungen mit Spannung und freuen uns mit Euch über diese sagenhafte Reise!
    Wir vermissen Euch! Do swidanje
    Ursula und Werner vom Russischkurs

  • #5

    A. Staudacher (Mittwoch, 03 Juli 2013 19:48)

    Eure Reiseberichte sind spannend, die Bilder wunderschön und anscheinend geht es euch allen recht gut.
    Ich wünsche weiterhin eine gute Reise mit vielen einmaligen Begegnungen.