4250 km und wir stehen an der Wolga mit Blick auf Asien

Heute sind wir bei Regen nach 4250 km in Volgograd angekommen. Erstmal haben wir im Verkehrschaos nach einem Hotel gesucht. Hotel mit bewachtem Parkplatz, denn morgen wollen wir in die Innenstadt und in die Museen.  Die Wolga ist nun der Grenzfluss zu Asien, hier endet das geografische Europa.

Zunächst gibt es seit der Krim noch einiges zu erzählen: 

Erstmal haben wir bis heute nur ein Wohnmobil gesehen und unserem  MANni fehlt schon etwas die Artverwandtschaft. Uns auch, denn wir hätten uns gerne mit anderen Wohnmobilreisenden ausgetauscht. 

Am Samstag waren wir an der russischen Grenze. Zunächst verlief alles ganz zügig und mit etwas russischem weiblichen Temperament aus dem Grenzwärterhäuschen, da wir nicht sofort folgen konnten, was die Dame von uns so alles wollte. Wir hatten leider nicht verstanden was da herausgeschrien wurde, aber eine nette junge Russin die mit uns an der Grenze stand hat uns das dann wohlwollend übersetzt. Was die Dame im Häuschen auch wieder beruhigt hat. Dann ging's weiter zum Zoll. 

 

Bisher war nur mal eine Stunde vergangen, von jetzt an sollen es weitere 3,5 Stunden werden.

Ein ganz besonders akkurater Beamte aus alter sozialistischer Führung machte uns klar, dass unser Fahrzug zu schwer sei. In Russland gibt es kein privates Fahrzeug mit mehr als 5t Gewicht. MANni aber hat 7,5 t.

Wir wollten ihm klar machen, dass unser Fahrzeug gar kein LKW sei und diese Regelung nur für LKW's gilt.

Wir fahren doch einen Caravan. Aber Caravans gibt es im Russischen nicht. Zumindest nicht im Gesetz. Und so erklärte uns der freundliche Beamte, dass er uns leider nicht einreisen lassen könne, da er nicht das Gesetz brechen wolle. Es gäbe keine Formalität die er anwenden könne. Und er verbrachte mit seinem Kommandeur zwei volle Stunden am Telephon  um nach einer Lösung zu suchen - aber leider  - er fand keine!!

Dann griff ich zum Internet, zeigte ihm deutsche Freunde die mit noch größeren Fahrzeugen über Lettland eingereist waren und nun schon in Sibirien sind. 

Das brachte seine Welt völlig zum Einsturz, und er ging, da sein Dienstende erreicht war, nach Hause. Ein anderer Beamter nahm sich unserer freundlich an, füllte eine Zollerklärung mit uns aus und entließ uns nach einer halben Stunde mit freundlichen Grüssen aus der Grenzabfertigung. Um uns den zukünftigen Weg noch einfacher zu machen hatte er für uns noch dazu ein Duplikat aller Dokumente für die weiteren Grenzabfertigungen erstellt, denn wir müssen ja noch zweimal auf unserer Reise die russische Grenze passieren. Das hat wirklich Eindruck auf uns gemacht. Nach insgesamt 4,5 Stunden war somit Russland in unserer Hand bzw. unter unseren Rädern. Ein wirklich gutes Gefühl. Den abendlichen Stellplatz haben wir dann in Russlands Mutter Natur verbracht. Ganz am Ende der Welt! 

 

Ein letzter Tag auf der Krim und dann weiter Richtung russische Grenze

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